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 Materialschlacht und Technik
wandklex Offline




Beiträge: 4.715

06.09.2009 18:18
RE: Technik für die Wellenwände antworten

Ich werde häufig gefragt, mit welcher Technik ich den "Wellenuntergrund" der Wände in den sanitären Anlagen des Strandbads Ratzeburg hinbekommen habe.

Fertig mit wandklexen bemalt sehen die ja dann z.B. so aus:
hier nur zwei kleine Ausschnitte, das fertige Projekt ist ja wesentlich umfangreicher, dessen Doku-Tagebuch findet sich hier: topic.php?id=112 (Herrentoilette) und da topic.php?id=114 (Damentoilette)




Für mich ist das ja dann praktisch erst die "Leinwand" - siehe jeweilige Entstehungsdokus unter "Vernissage" hier im Forum - aber auch ohne aufwändige Bemalung drauf wirkt so ein gschwämmter Untergrund natürlich gut:



darum wollten viele meiner Zuschauer schon vor Ort beim Malen öfters mal wissen wie das geht, und so einige habens dann auch schon erfolgreich versucht, soweit ich weiß.

Das ist kinderleicht und ganz einfach, darum mag ichs hier gerne auch für mein Forum noch kurz zum Nachlesen erläutern.

Ich brauch dafür einen leeren kleinen Eimer zum Anmischen des Farbpigment-Wasser-Gemischs(ideal sind 1000g-Joghurt-Eimer wie dieser hier:

weil das Volumen in der Regel völlig für einen ganzen Raum ausreicht.

dazu dann wasserlösliche Farbe wie z.B. Dispersion; Abtönfarbe ausm Baumarkt, Künstleracrylfarbe, Aquarellfarbe oder auch ein aufgelöster Malkastenstein.

und ferner natürlich Wasser.

Für eine Wand im Ausmaß der hier als Beispiel verwendeten sanitäten Anlagen benötige ich:

Ich gebe einen dicken Klecks Farbe - so etwa 50 bis 100 ml, je nach gewünschter Farbintensität - auf den Einmergrund und fülle den Eimer dann bis zur Hälfte mit Wasser auf.
Sachte umrühren, NICHT innig und NICHT zu homogener Lösung verrühren oder verquirlen, im Lauf der Bearbeitung sättigt sich das durchs dauernde Schwammeintauchen von allein eh noch nur zu genüge.

Dann gehts los.

Der Untergrund muss mit Wandfarbe gestrichen sein (ob weiß oder getönt ist relativ egal), sonst funktionierts nicht!

Vorher bitte noch ggf. alles gut abdecken, empfindliche Flächen auch abkleben, weil diese Technik tropft wie s'Tier, doch keine Sorge bei Patzern aufm Boden oder auf Wänden/Fensterrahmen, das geht aber auch leicht abzuwischen, vorausgesetzt dass mans anschließend gleich macht und nicht tagelang wartet mit dem Saubermachen.

Und unbedingt alte Kleidung anziehen, die ist nämlich danach vermutlich hinüber...

Dann gehts los:

Fürs Aufbringen auf der Wand verwende ich dann ganz einfach Haushaltsschwämme.
Die da:


Premium - aber unnötiger Luxus - wären natürlich glitzi-Schwämme - weil die so schön fest und feinporig sind, eine Griffrille haben und man mit der Scheuerseite gleich auch Korrekturen vornehmen kann oder scharfe Linien definieren kann.

Und nen extra-Lappen oder Haushaltskrepprolle und klares Wasser zum Schadenbegrenzen parathalten.

Dann gehts los:

Ich tauch den Schwamm in die Lasur und sehe zu, dass die untere Kante immer so ein klein wenig mit dem ja auf dem Grund noch vorhandenen dicken Klecks unverdünnter Farbe in Berührung kommt. mit der weniger gesättigten Lösung saugt sich der Rest des Schwamms dann ganz von alleine voll.

Dann mit schwungvollen Bewegungen erstmal gar nicht auf irgendwelche schönen Schattierungen achten, sondern nur einfach zusehen dass die Wand gleichmäßig nass und ein wenig eingefärbt wird. Stellen die man nicht behandeln will - wie bei den Damen der obere Wandsockel - natürlich aussparen.

Wenn überall ein nasser Farblasurüberzug ist, dann kann man nach und nach den Schwamm in Wellenbewegungen - immer mit Farbe an der Kante - von links nach rechts oder umgekehrt über die Wand führen und muss dabei immer wieder Farbverläufe und Tropfnasen nachwischen. Die Mühe lohnt sich, man kriegt schnell ein Gefühl dafür wie mans machen muss damit die Intensität der Farbe wechselt und zu- und abnimmt.

Man kann dann - solang alles feucht ist - auch die Form der Wellen bestimmen, auch andre grafische Verläufe sind drin, einfach mit der Schwammkante experimentieren welche Effekte man selber am schönsten findet. Man kann alles immer wieder korriegieren; und wenn an der ein oder andren Stelle die Farbe z uintensiv ist, kein Problem: Schwamm nächstes mal nur mit Wasser oder der oberen Verdünnung im Eimer tränken und nochmal verstreichen, erledigt!

Darauf achten dass der Schwamm nicht tropfnass ist, sonst läuft alles nur. Wenn er zu trocken ist, dann passiert nix, schlimmstenfalls rubbelt man das bereits Vorhandene wieder ab. Also gefühlvoll den Druck dosieren - das kriegt man aber schnell raus.
Es ist notwendig, immer mal wieder drüberzugehen und das Tropfende anzugleichen.

Nach und nach entsteht mit ein wenig Geduld und Spieltrieb eine lebendige Wand, für wenig Geld mit mittlerem Zeitaufwand und ohne komplizierte Technik:




Das eignet sich prima zum Nachmachen zu Hause, besonders viel Übung und Zeit brauchts dafür echt nicht. Und wer mag, kann die Wellen dann anschließen auch z.B. mit Meeresbewohnern - oder was auch immer - bemalen, so wie ich das dann anschließend getan habe. Das hält am besten mit Künstleracrylfarben (die sind nach dem Auftrocknen dann wasserfest und wischfest, wer mag kann das Ganze dann noch zusätzlich mit klarem Acryllack einsiegeln..)


Ausprobieren! Vielleicht hats ja ne kleine Abstellkammer für den Anfang zum Üben???

Viel Sapße und viel Erfolg - und Ergebnisse bitte gerne hierher!


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